Angst vor Klassenarbeiten


Wie Eltern ihr Kind aufbauen
Angst vor Klassenarbeiten

Klassenarbeiten zählen zum Schulalltag. Doch einigen Schüler bereitet bereits der Gedanke daran Kopf- oder Bauchschmerzen. Wie Eltern ihr Kind unterstützen.

„Hefte raus, Klassenarbeit“, diese drei Worte genügen, um bei den meisten Schülerinnen und Schülern den Puls in die Höhe zu treiben. Eine solche Reaktion ist völlig normal – und gut, solange der Puls nur leicht ansteigt. „Eine leichte Anspannung und Nervosität sorgen dafür, dass Kinder und Jugendliche aufmerksamer an die Arbeit herangehen“, erläutert Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der Barmer GEK. „Problematisch wird es allerdings, wenn aus einer solchen Situation eine extreme Anspannung bis hin zu einem andauernden Angst- oder gar Panikzustand wird. Das hemmt nicht nur die Konzentration, sondern fördert auch die Versagensängste und führt am Ende zu einer schlechten Note.“

Selbstvertrauen aufbauen

Die Gründe für ein mulmiges Gefühl vor Klassenarbeiten sind vielschichtig. „Die Schüler wollen natürlich ihre Eltern nicht enttäuschen und haben gleichzeitig Angst vor deren Reaktion, wenn sie die Arbeit doch versieben“, erklärt Jakob-Pannier. Natürlich können und sollen Eltern bei einer Fünf oder Sechs durchaus sagen, dass sie auf eine bessere Zensur gehofft haben. Doch Schimpfen sei keine Lösung. Vielmehr gehe es darum, das Selbstvertrauen des Kindes aufzubauen und gemeinsam zu überlegen, wie sich die Note verbessern lässt, betont die Psychologin.

Gute Rahmenbedingungen fürs Lernen schaffen

Eine Voraussetzung für gutes Lernen sind günstige Rahmenbedingungen. Die Expertin beschreibt worauf es ankommt: „Für eine gute Lernatmosphäre ist es beispielsweise wichtig, dass keine Ablenkung durch Handy, Fernsehen oder andere digitalen Medien möglich ist. Manchen Schülern fehlt aber auch schlicht eine vernünftige Lernstruktur. Hier könnten Eltern vor allem Unterstützung bei dem Erstellen eines Lernplans leisten.“ Am Tag der Klassenarbeit motivieren Eltern ihr Kind am besten, indem sie gezielt hervorheben, wie gut sich das Kind auf die Prüfung vorbereitet hat.

Besser nicht gemeinsam lernen

Wenn der Schulstoff Verständnisschwierigkeiten bereitet, neigen viele Eltern dazu, gemeinsam mit den Kindern zu lernen. Das ist sicher gut gemeint, doch führt nicht immer zum Erfolg, meint die Psychologin Jakob-Pannier: „Sollten Eltern beim gemeinsamen Lernen die Geduld verlieren, kann das die Situation sogar noch verschlimmern. Die Kinder fühlen sich noch mehr unter Druck, blockieren innerlich und setzen auch die nächste Arbeit in den Sand.“ Die Expertin rät in diesem Fall zu einer externen Nachhilfe. Es muss nicht unbedingt ein teures Institut sein. Schulkameraden und ältere Schüler aus der Nachbarschaft übernehmen diese Aufgabe in vielen Fällen gerne.
Falls die Angst trotz aller Bemühungen nicht nachlässt und die Note nicht besser wird, sollten sich Eltern und Schüler rechtzeitig Rat von einem Experten holen, zum Beispiel von einem Schulpsychologen.

 

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