Allzweckwaffe Probiotika?


Prä- und Probiotika richtig einsetzen
Allzweckwaffe Probiotika?
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Mittlerweile haben schon viele Gesundheitsinteressierte von „guten“ Bakterien im Darm gehört und möchten ihrer Gesundheit durch Pro- und Präbiotika auf die Sprünge helfen. Aber wo liegt überhaupt der Unterschied zwischen Prä- und Probiotika und wann lohnt es sich, sie einzunehmen?

Probiotika, Präbiotika, Synbiotika – Wo liegt der Unterschied?

Auf der Haut und im Darm tummeln sich Milliarden von Mikroorganismen. Diese Lebensgemeinschaft, das sogenannte Mikrobiom, ist essenziell für unsere Gesundheit. Forschende haben festgestellt, dass viele Krankheiten zusammen mit einer Störung des sensiblen Gleichgewichts der Mikroorganismen im Darm, einer Dysbiose, auftreten. Durchfallerkrankungen, Adipositas und Diabetes mellitus Typ II sind nur einige wenige Beispiele. Ob die Dysbiose die Krankheit verursacht, oder Folge der Erkrankung ist, ist oft noch nicht geklärt. Forschende hoffen trotzdem, die Beschwerden zu heilen, indem sie das Gleichgewicht im Darm wiederherstellen. Zur Beeinflussung des Darmmikrobioms gibt es bisher drei verschiedene Ansätze:

  • Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die den Darm positiv beeinflussen. Als Tablette eingenommen müssen sie säureresistent sein, um die Säure im Magen zu überleben.
  • Präbiotika sind Nahrungsbestandteile, die der Mensch nicht verdauen kann und die den Bakterien als Nahrung dienen. Durch Ihre Einnahme lassen sich die erwünschten Bakterien quasi „heranzüchten“.
  • Synbiotika sind eine Mischung aus Prä- und Probiotika. Hier werden die Bakterien also gleich mit dem richtigem „Bakterienfutter“ eingenommen.

Heilung durch Probiotika?

Viele Studien zeigen, dass Prä- und Probiotika die Heilung von Krankheiten unterstützen, zum Beispiel bei entzündlichen Darmerkrankungen oder Durchfall. Die wahllose Einnahme von Probiotika ist allerdings wenig sinnvoll. Oft wirken einzelne Bakterienstämme nämlich nur bei ganz bestimmten Krankheiten. Um das richtige Präparat auszuwählen, hilft deswegen oft ein Gespräch mit der Ärzt*in oder Apotheker*in, die mit der momentanen Studienlage vertraut sind.

Quelle: PTA heute THEMA; Ausgabe 1; 2020, World Gastroeneterology Organisation

 

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